Uhren mit Wasser
Über Jahrtausende hinweg waren die Wasseruhren die Apparate der Zeitmessung. Spätestens im Mittelalter in China sowie auch im Vorderen Orient entwickelten sich aus den einfachen Einlauf- und Auslaufuhren der Antike große mechanische Apparate. In Griechenland trugen die einfachen dieser Uhren auch den Namen Klepsydren, was übersetzt Wasserstehlerinnen bedeutet.
Gegenüber den Sonnenuhren hatten diese Uhren den Vorteil, dass sie nicht so sehr auf das Sonnenlicht sowie die Witterung angewiesen waren.
Frost allerdings ist Gift für die Wasseruhren, da er den Wasserfluss behindert und somit auch die Genauigkeit dieser Uhren. So mussten diese Uhren dann mit Fackeln oder Quecksilber erwärmt werden. Der Siegelaufbewahrer Amemhet baute für den König Amenophisin in Ägypten um 1530 vor Christus eine technisch ausgereifte Wasseruhr.
Bruchstücke einer Wasseruhr sollen im Tempel des Ammon in Karnak gefunden worden sein. Dieser Fund war auf das 14. Jahrhundert datiert. Ktesibios baute im 3. Jahrhundert vor Christus Wasseruhren, Wasserorgeln, ein Pressluftgeschütz sowie auch eine doppelt wirkende Pumpe mit Windkessel.
Bei den Gerichten in Griechenland, in Rom und der Antike wurde mittels der Wasseruhren die Redezeit gemessen. Ein astronomisches Instrument wurde in China vom Mönch Yixing 725 gebaut. Dieses diente auch gleichzeitig als Uhr. Ein mit Wasser betriebenes Schaufelrad bewegte dieses Instrument. In 24 Stunden führte es eine ganze Drehung durch. Auf Kreisbahnen bewegten sich Sonne, Mond und Himmelskugeln, automatisch jede Stunde läutete eine Glocke, die Viertelstunde schlug eine Trommel. Von einem Mechanismus mit mechanischer Hemmung wurden alle diese Bewegungen gesteuert. Es kamen keine Gewichte oder Spiralfedern zum Einsatz, sondern die Wasserkraft. Bald jedoch begann dieser Mechanismus zu rosten. Daher musste diese Konstruktion dann stillgelegt werden. Um ein Nachfolgemodell zu konstruieren, blieb Yixing keine Zeit mehr, da er starb.
Um 1090 wurde vom Chinesen Su Song eine Wasseruhr erfunden, welche eine Hemmung am Antriebsrad besaß. In all ihren Einzelheiten ist diese Konstruktion überliefert. Das Vorgängermodell war die Erfindung von Zhang Sixun von 976. Sein Wasserrad war mit Schalen bestückt. Mit Wasser wurden diese Schalen gefüllt, wodurch sich das Rad pro Viertelstunde um eine Schale weiterdrehte. Eine Sperrklinke verhinderte ein ungewolltes Vorwärtsdrehen, eine zweite das ungewollte Rückwärtsdrehen. Von 1092 bis 1127 war die Uhr Su Songs in Kaifeng in Betrieb und im Anschluss noch einige Zeit in Peking.
Die 13 m hohe Uhr der fließenden Zeit wurde 1983 im Berliner-Europa-Center aufgestellt und entworfen von dem Franzosen Bernard Gitton.